Werbevideos mit KI coden?
Marko Zunic, BSc

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Marko Zunic, BSc

Werbevideos mit KI coden?

Wie du Werbevideos mit KI "programmierst" statt Canva & Co. zu nutzen

Mal gleich vorab: ich bin kein Fan von Canva & ähnlichen Tools. Meine Argumentation: rein subjektiv, ich maße mir hier kein "fachliches" Urteil an. Ich mag es einfach, meine Tools von Grund auf kontrollieren und "programmieren" zu können. Zudem möchte man sich das Erlernen eines weiteren Tools ersparen. Als Entwickler tut man das sowieso ständig. Man will zur Abwechslung die Früchte seiner vergangenen Arbeit ernten und die Coding-Skills Marketing wiederverwenden...aber auch als Nicht-ITler kann man diese Technik nutzen, sofern man ein wenig Zeit zum Experimentieren hat.

Die Idee: Marketing mit Entwickler-Skills

Seit einiger Zeit gibt es dafür einen guten Namen: Vibe Coding. Man beschreibt in natürlicher Sprache, was man will, eine KI schreibt den Code, und man feilt so lange nach, bis es passt. Das coole daran ist: Das funktioniert nicht nur für Apps und Webseiten, sondern auch für Video-Ads.

Der Trick: Statt ein Videoschnittprogramm oder Canva zu öffnen, schreibe ich einfach eine HTML-Datei. (bzw. die KI macht es für mich). Eine Szene ist ein <div>, eine Animation ist eine CSS-Transition oder ein paar Zeilen JavaScript, und der Text ist – naja – einfach Text. Bilder kann man ebenfalls dazugeben.

Für mich ist das ein echter Gamechanger: Ich muss kein neues Tool lernen, sondern recycle einfach, was ich sowieso jeden Tag mache. Meine Entwickler-Skills werden plötzlich zu Marketing-Skills.

Die notwendigen Tools

Die Vorassetzungen:

  1. Ein KI-Coding Tool wie z.B. Cursor, Claude Code, ChatGPT Codex oder Kilo. Im Zweifelsfall empfehle ich die derzeit großzügige Gratis-Version von Cursor.
  2. Ein Skill bzw. Workflow, der dem IDE beibringt, wie man aus HTML ein Video macht. Ich nutze dafür Hyperframes – ein Skill, der Video aus HTML rendert. Den packt man einmal drauf, und ab dann versteht der Editor „mach mir ein 10-Sekunden-Intro mit springendem Text".
  3. Ein bisschen Feingefühl für Ästhetik und für das Prompting einer KI.

Und wie läuft es in der Praxis ab? Hier ein kurzes Beispiel: Ich öffne Cursor, beschreibe die gewünschte Szene (z.B. „Ein grüner Epidot-Kristall der im Dunkeln leuchtet mit schwebenden Partikeln. 2 Sekunden später soll die Überschrift 'Epidot' über dem Kristall auftauchen"), gebe der KI im Chat die nötigen Dateien (Fotos, Schriftarten...) , bekomme von der KI dann eine Video-Datei, welche ich mir anschaue und mit weiteren Prompts nachjustiere.

Die Kunst hier ist weniger Coding und mehr das richtige Prompting bzw. Erteilung von Anleitungen an die KI.

Und das Ergebnis? HTML, CSS und JavaScript sind mächtiger als man denkt. Man könnte damit auch beeindruckende 3D-Szenen aufnehmen, aber in der Regel sind einfache Videos mehr als ausreichend. Als Beispiel könnt ihr hier und hier Videos sehen, die mit dieser Methode aufgenommen wurden.

Warum ich das besser finde als Canva

Und ja, ich weiß: Canva funktioniert für viele Leute ganz wunderbar. Aber für mich gibt es drei konkrete Gründe, warum ich lieber beim Code bleibe:

  • Ich muss nichts Neues lernen. Ich kenne HTML, CSS und JavaScript. Das ist mein Zuhause. Canva ist für mich eine Fremdsprache.
  • Volle Kontrolle. Will ich eine Textanimation exakt bei Sekunde 2,3 starten lassen? Kein Problem, ich sag's einfach der KI oder schreibe eine Zeile Code. Bei einem Drag-and-Drop-Tool kämpfe ich mit der Timeline.
  • Versionierung. Mein Werbevideo liegt in Git. Ich kann experimentieren, verzweigen, zurücksetzen.

Die ehrliche Einschränkung

Natürlich ist das kein Allheilmittel. Ein vollwertiger Kinofilm entsteht hier nicht, und wer Canva richtig beherrscht, bleibt dort wahrscheinlich glücklich. Aber für kurze, prägnante Video-Ads, Social-Media-Clips und Teasings ist dieser Weg für mich deutlich schneller und vor allem angenehmer.

Wichtig dabei: Das funktioniert nicht nur für mich und andere Entwickler. Viele KI-Coding-IDEs bieten großzügige kostenlose Tarife, wodurch man ohne direkte Entwicklungskenntnisse reinkommt – man beschreibt einfach, was man will, und der Assistant erledigt den Rest. Die Hürde ist also deutlich niedriger, als „HTML, CSS und JavaScript" zuerst vermuten lässt. Eine gewisse IT-Affinität ist jedoch schon erfoderlich.

Das ist für mich der eigentliche Punkt: Marketing muss sich nicht wie eine artfremde Aufgabe anfühlen. Man darf ruhig mit den Werkzeugen an Werbung herangehen, die einem vertraut sind – oder die man mit einem kostenlosen KI-IDE in wenigen Minuten loslegen können.

Fazit

Statt ein weiteres Tool zu erlernen, vibe-code ich meine Video-Ads lieber mit HTML, CSS und JavaScript. Es ist kein Workaround, es ist die Art, wie ich mit meinem Skillset am schnellsten zu einem hinreichend guten Ergebnis komme.