
Autor
Marko Zunic, BSc
Website-Analytics ohne Cookie-Banner
Kann man den nervigen Banner umgehen und trotzdem Reichweite messen?
Man kennt es: Seite öffnen und das erste, was man sieht, ist die kleine nervige Nachricht, die man inzwischen nicht mal anfängt zu lesen. Die Option, alle Trackings abzulehnen ist oft schwer zugänglich, so dass die meisten einfach gleich auf "Alle akzeptieren" klicken und sich trotzdem ärgern.
Cookie-Banner sind User-Friction pur
Ein Cookie-Banner verdeckt den Inhalt, verzögert den ersten Eindruck und signalisiert gleich, dass man sofort etwas vom Nutzer haben will, bevor man Ihm auch die geringste Kleinigkeit gibt (nämlich den Inhalt der Webseite). Sehr schlecht. So geht Business nicht.
Nutzer haben auch oft AdBlocker oder Browser-Erweiterungen, die Cookies automatisch ablehnen. Manchmal klappt das nicht ganz und es führt dazu, dass eine Webseite nicht ordnungsgemäß funktioniert .
Vor Kurzem hatte ich selber ein Problem damit, ein Formular abzusenden. Ich war dazu gezwungen, die uBlock Origin Erweiterung termporär für die jeweilige Webseite auszuschalten. Dann poppte endlich der Cookie-Banner auf und ich konnte danach das Formular senden.
Lösung: Analytics ohne Cookies
Das Leben war vor dieser Verordnung jedenfalls einfacher. Immerhin gibt es einen Lösungsansatz. Die Idee ist simpel: Analytics, die nichts auf dem Gerät speichern und keine personenbezogenen Profile bauen.
Geeignete Tools hier für sind beispielsweise Plausible oder Umami und lassen sich oft kostenlos auf eigenen Servern hosten, was wir bei Epidot auch tun. Keine Cookies. Keine Profile. Nur anonymisierte Kennzahlen: Seitenaufrufe, Referrer, Browser, Betriebssystem. Fertig. Bei der Benutzerfreundlichkeit gibt es auch nichts zu meckern – ich persönlich kam gleich am Anfang problemlos zurecht.
Kein Banner. Kein „Wir respektieren Ihre Privatsphäre“-Blabla. Die Seite lädt einfach. Wow.
Warum das (grob) rechtlich in Ordnung ist
- Gerätzugriff: Die Cookie-Pflicht greift vor allem dann, wenn man Informationen auf dem Endgerät speichert oder ausliest. Setzt man keine Cookies und liest nichts aus dem Gerät aus, fällt dieser Trigger oft weg.
- DSGVO: Für reine, aggregierte Reichweitenmessung kann man sich auf berechtigtes Interesse stützen (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
Wichtig: Das ist keine Rechtsberatung. Sobald Werbepixel, Social-Embeds oder andere Tracker mitspielen, kann der Banner trotzdem nötig werden. Bei uns geht’s um schlanke Webanalyse – nicht um Marketing-Maschinen.
Was man gegenüber Google Analytics verliert
Der Tradeoff ist hier: diese Tools sind nicht so mächtig wie Google Analytics. Die Frage ist letztendlich, wie viel davon man als Unternehmen wirklich braucht.
Weniger Tiefe:
- keine großen Marketing-Funnels und Audience-Spielereien
- keine direkte Verknüpfung mit Ads und Remarketing
- weniger „Wer genau war das?“ – und das ist Absicht
Mehr Verantwortung:
- man hostet und wartet die Instanz selbst (Alternative: bezahlte Cloud-Version)
- Features sind bewusst schlank
Dafür bekommt man:
- keine Cookie-Banner-Reibung
- Daten bleiben bei einem selbst
- Besucher werden nicht zum Produkt
- Zahlen, die für die meisten Websites völlig ausreichen
Fazit
Cookie-Banner sind oft das Symptom eines Toolings, das mehr will, als man braucht. Mit selbst gehosteten Tools bekommt man grundlegende Analytics, ohne Besucher erst durch ein Consent-Theater zu schicken.
Wenn Sie möchten, dass Ihre Kundschaft ebenfalls reibungslos zu Ihrer Homepage kommt: schreiben Sie uns – oder buchen Sie direkt einen Termin.